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Angst und Panikattacken: Wenn der Körper Alarm schlägt

Autorenbild: Sarah Strigl
Sarah Strigl
9. Sept.
3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 4. Okt.


Psychotherapie bei Angst und Panik in Innsbruck
© Matt Hardy/Pexels

Angst beginnt nicht immer mit einem Gedanken. Manchmal beginnt sie mit einem körperlichen Gefühl: Das Herz schlägt schneller, die Atmung verändert sich, Schwindel setzt ein oder ein Druck in der Brust entsteht. Erst danach kommt die Frage: „Was passiert gerade mit mir?“

Gerade bei einer Panikattacke kann dieser Moment sehr verunsichernd sein. Die körperlichen Veränderungen sind deutlich spürbar und können sich innerhalb weniger Minuten so stark steigern, dass die Situation kaum noch kontrollierbar erscheint. Die Angst richtet sich dann häufig nicht nur auf das aktuelle Geschehen, sondern auf das, was als Nächstes passieren könnte: Werde ich die Kontrolle verlieren? Werde ich zusammenbrechen? Was, wenn diese Beschwerden etwas Ernstes bedeuten?


Nach einer solchen Erfahrung verändert sich bei manchen Menschen der Umgang mit ihrem eigenen Körper und ihrem Alltag. Ein schnellerer Herzschlag beim Treppensteigen wird plötzlich aufmerksam beobachtet. Eine Fahrt mit der Bahn wird zur Herausforderung, weil jederzeit eine weitere Attacke auftreten könnte. Orte, aus denen man nicht ohne Weiteres herauskommt, werden gemieden.


So kann sich Angst allmählich verselbstständigen: Nicht mehr nur die ursprüngliche Situation macht Angst, sondern zunehmend auch die Angst selbst.

Das kann sehr einschränkend sein. Gleichzeitig ist dieser Kreislauf gut erklärbar und – mit der richtigen Unterstützung – veränderbar. Die kognitive Verhaltenstherapie gehört zu den wissenschaftlich gut untersuchten Verfahren zur Behandlung von Angst- und Panikstörungen.


Was ist eigentlich Angst?


Angst ist zunächst eine normale und wichtige menschliche Reaktion. Sie hilft uns, Gefahren wahrzunehmen und angemessen darauf zu reagieren.


Wird eine Situation als bedrohlich eingeschätzt, aktiviert der Körper innerhalb kurzer Zeit verschiedene physiologische Prozesse: Die Aufmerksamkeit wird auf mögliche Gefahren gelenkt, Herzschlag und Atmung verändern sich, die Muskulatur spannt sich an und der Körper stellt Energie für eine schnelle Reaktion bereit.


Dieses Alarmsystem ist grundsätzlich sinnvoll. Schwierigkeiten entstehen dann, wenn es sehr häufig, besonders intensiv oder auch in Situationen aktiviert wird, die objektiv keine entsprechende Gefahr darstellen.


Dann kann Angst beginnen, den Alltag zu bestimmen.

Betroffene vermeiden möglicherweise bestimmte Situationen, kontrollieren ihren Körper besonders aufmerksam oder benötigen zunehmend bestimmte Sicherheitsstrategien, um sich überhaupt noch sicher zu fühlen. Was kurzfristig Erleichterung bringt, kann die Angst langfristig jedoch aufrechterhalten.


Wenn Angst wieder kleiner werden darf


Eine Panikattacke kann das Vertrauen in den eigenen Körper und in die eigene Sicherheit erschüttern. Was vorher selbstverständlich war – einkaufen, Auto fahren, Sport treiben, allein unterwegs sein – kann plötzlich mit Unsicherheit verbunden sein.


Doch Angst muss nicht dauerhaft bestimmen, was Sie tun und was Sie vermeiden.

Der entscheidende Schritt besteht häufig nicht darin, jede Angst möglichst schnell loszuwerden. Vielmehr geht es darum, wieder Vertrauen in die eigene Fähigkeit zu entwickeln, mit Angst umgehen zu können. Zu verstehen, was im Körper passiert. Eigene Gedanken und Befürchtungen einzuordnen. Vermeidung nach und nach zu reduzieren und neue Erfahrungen zu machen.

Genau hier setzt Verhaltenstherapie an. Gemeinsam kann untersucht werden, wie Ihre Angst entstanden ist, wodurch sie heute aufrechterhalten wird und welche Schritte Ihnen helfen können, Ihren Handlungsspielraum wieder zu erweitern. Dabei geht es nicht darum, Angst gegen Ihren Willen zu überwinden, sondern darum, sich von ihr zunehmend weniger bestimmen zu lassen.

Vielleicht ist der wichtigste Gedanke dabei:


Sie müssen nicht darauf warten, dass die Angst verschwindet, um Ihr Leben wieder aufzunehmen. Sie können lernen, mit ihr umzugehen – und Schritt für Schritt wieder mehr Freiheit zu gewinnen.


Wenn Angst oder Panikattacken Ihren Alltag zunehmend einschränken, kann ein psychotherapeutisches Erstgespräch ein erster Schritt sein, um Ihre Situation genauer zu verstehen und gemeinsam zu überlegen, welche Unterstützung für Sie sinnvoll ist.


Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle psychotherapeutische oder ärztliche Diagnostik und Behandlung.

 
 
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